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Aktuelles


22.02'16 - Über 30.000, herzlichen Dank!

Herzlichen Dank an unsere zuverlässigen Stichprobenzähler und alle weiteren, die unseren Ansatz begleitet und verbreitet haben. Wir haben nicht nur erreicht, dass das Thema Schulausfall von hinten nach ganz vorne gerückt ist, sondern auch, dass das neue Zählsystem des Bildungsministeriums in Schleswig-Holstein deutlich differenzierter zählt als ursprünglich angedacht war. Zudem haben wir eine große Anzahl qualifizierter Daten über den strukturellen Schulausfall in Schleswig-Holstein gewonnen, die uns in die Lage versetzt, zweifelhaften Aussagen von der Landesregierung auf dieser Grundlage zu kommentieren. Die Daten aus Schleswig-Holstein werden derzeit weiter fundiert durch eine entsprechende Datensammlung im Saarland (www.fehlstunden-saarland.de). Wir bieten wir gerne allen übrigen Bundesländern mit schulpolitischen Transparenzproblemen an, unser erprobtes System als Gegenmittel einzusetzen. Wenn die Zeit für eine weitere große Stichprobe in Schleswig-Holstein notwendig wird, werden wir dazu erneut aufrufen.


23.04'15 - Landeselternbeirat der Grundschulen kooperiert

Auf der Sitzung des LEB am 14. März 2015 wurde einstimmig beschlossen, eine Kooperation mit dem „Fehlstundenportal SH – jede Stunde zählt“ zu schließen. Da die Landesregierung aktuell kein verlässliches Zählsystem habe und das geplante System „PUSH“ nicht vor 2016/2017 verlässlich umgesetzt werde, sieht der Landeselternbeirat es als dringend erforderlich an, den tatsächlichen Unterrichtsausfall selbständig zu erheben und aufzuzeigen. Dafür soll von möglichst vielen Grundschulen im Land mindestens eine Klasse verbindlich zählen.

Wir freuen uns sehr über diesen entscheidenden Schritt hin zur Klarheit über die tatsächliche Ausfallsituation in den schleswig-holsteinischen Grundschulen, die trotz der Bezeichnung “verläßliche Grundschule” tatsächlich bisher weitgehend im Dunkeln liegt!


09.05'14 - Fehlstundenportal fordert klare Regelung für Härtefälle


Stichprobenergebnisse von der Lehrerschaft einer schleswig-holsteinischen Gemeinschaftsschule


09.08'13 - Die Ampel auf Grün!


Die Sommerferien sind in Schleswig-Holstein seit ein paar Tagen vorüber und die Schule hat wieder begonnen. Die neuen Stundenpläne stehen und auch die Ein- und Umschulungen sind inzwischen erfolgt. So heißt es nun hoffentlich wieder an so vielen Schulen wie möglich: „Mit Freude, Motivation und Kontinuität lernen“.

Für das Fehlstundenportal und alle Unterstützer bedeutet das, wieder fleißig ausgefallene Unterrichtsstunden anzuzeigen und zu dokumentieren. Finden sich genügend zuverlässige Stichprobennehmer, kann das Portal auch bald den dritten und damit letzten Schritt gehen: die Ausfallquoten für die Schularten und Klassenstufen für das gesamte Schuljahr hochrechnen. Um in diesem Schritt erfolgreich zu sein, braucht die Initiative Unterstützung von Lehrern, Eltern und Schülern, die möglichst umgehend per Fax oder Brief den neuen Stundenplan schicken und ihre verbindliche Meldung für einen selbst bestimmbaren Zeitraum bestätigen.

Formulare im Folgenden zum Download.

Schulen, an denen zuverlässig gezählt wird, springen auf der Ampel auf „grün“.


10.06'13 - Naturwissenschaften am stärksten betroffen


Kontingentstundentafeln verschleiern zusätzlich den Ausfall von Fachunterricht.
Naturwissenschaften am stärksten vom Stundenausfall betroffen.

„Algebra, Physik, Chemie, mancher denkt, er lernt es nie…“, dieser Satzbeginn aus einstigen Poesiealben könnte sich zunehmend bewahrheiten und leider immer häufiger weniger glücklich enden, als es der Spruch am Ende tut: „…Doch so mancher, der dies dachte, später noch Karriere machte“. Nachdem die erste Analyse des Fehlstundenportals der Initiative „Jede Stunde zählt? Jetzt zählen wir! – Fachunterricht statt Statistik“ den Vertretungskonzepten galt, so stehen jetzt die Ergebnisse zum Fächerausfall im Zentrum der Analyse – und diese lösen noch größere Besorgnisse zur Verfassung unseres Schulsystems aus. „Wenn man bedenkt, dass in den Naturwissenschaften die besten Berufschancen auf dem derzeitigen Arbeitsmarkt bestehen, ist es traurig und sogar beängstigend, dass unsere Kinder in der Schule gerade in diesen Fächern am wenigsten mitbekommen und Fachunterricht hier so gut wie gar nicht vertreten wird“, sagt Alexandra Bauer, Sprecherin des Fehlstundenportals.

Ein Vergleich der Fachkraftvertretungsquote (Anteil der ausgefallenen Schulstunden, der für ein Schulfach durch Fachkräfte vertreten wird), zeigt zum Beispiel, dass ausfallender Chemieunterricht in Schleswig-Holstein praktisch niemals fachlich vertreten wird. Ähnlich schlecht steht es um die Fächer Physik und Biologie, die mit einer Fachkraftvertretungsquote von nur vier Prozent praktisch ebenfalls als Totalausfall gelten müssen. Die relativ guten Quoten der Fächer „Nawi“ und „Weltkunde“ kommen dadurch zu Stande, dass Mischfächer zum einen leichter zu vertreten sind und zum anderen gar keine
verlässliche Aussage mehr zulassen, welche Fächer tatsächlich vermittelt werden. Mathe und Latein haben mit knapp zehn Prozent zwar eine im Vergleich bessere Quote, diese kann aber am Ende aber ebenso wenig als wirklich erfreulich gewertet werden.

Noch bedrückender erschienen diese Ergebnisse, wenn die Fachvertretungsquoten im Zusammenhang mit den Ausfallsquoten der einzelnen Schulfächer betrachtet werden. Die Naturwissenschaften werden nach den Daten, die das Fehlstundenportal bisher geliefert hat, nicht nur am seltensten fachlich vertreten, sondern sie fallen auch noch häufiger aus. Das jedenfalls zeigt sich, wenn man die Fehlstunden der Gymnasien der Klassenstufen 5 bis 9 bzw. 5 bis 10 mit den jeweiligen Sollstundentafeln (von G8 und G9) ins Verhältnis setzt. Während die zum Ende des Schuljahres auslaufenden G9-Sollstundentafeln noch genau nach Schulfächern differenzieren, stellen die seit 2007 geltenden Kontingentstundentafeln die Sollstunden nur noch in Fächergruppen dar. Aber ganz gleich, ob nach der alten oder neuen Differenzierung – die Unterversorgung mit Fachlehrern ist an den Gymnasien bei den Fächern Chemie, Biologie und Physik am höchsten, gefolgt von dem Fach Geschichte.

„Durch die Lockerung der Definition der Sollstunden in Fächergruppen ist gar nicht mehr wirklich feststellbar, wie viele Stunden Chemie oder Geschichte ein schleswig-holsteinischer Schüler in seiner Schulzeit planmäßig erhalten soll. Das ist eine weitere Verschleierungsmöglichkeit für den tatsächlichen Ausfall von Fachunterricht“, stellt Bauer fest. Während in anderen Bundesländern, wie etwa Hessen, für das Gymnasium (G8) genau geregelt ist, dass von der Klasse 5 bis zur Klasse 9 insgesamt sechs Wochenstunden Chemie und jeweils sieben in Biologie und Physik zu planen sind, so ist eine vergleichbare Regelung für Schleswig-Holstein nicht erkennbar. „Wir haben in Schleswig-Holstein damit eine ministerielle Sollstundenvorgabe, die für die klassischen Schulfächer Chemie, Physik, Biologie, Erdkunde und Geschichte gar keinen klar geregelten Bildungsauftrag mehr sicherstellen muss. Es ist also zu befürchten, dass das Ministerium bezogen auf den fachlichen Unterrichtsausfall nicht nur keine vernünftigen Daten vorliegen hat, sondern möglicherweise auch gar keine Auskunft geben kann, wie viele Schulstunden ein Schüler von einem Schulfach planmäßig wenigstens erteilt bekommen müsste.“

Für die Analyse der Fehlstunden bezogen auf die Schulfächer wurden verschiedene Daten zugrunde gelegt. Die Auswertung der Fachkräftequote bezieht sich auf 7.890 angezeigte Fehlstunden im Zeitraum vom 8. März bis zum 2. Juni für die Klassenstufen 5 bis 13 der allgemeinbildenden Schulen. Die Fächer Philosophie (62 Fehlstunden), Darstellendes Spiel (54), Ernährungslehre (51), Verbraucherbildung (31) und Schwimmen (27) sind aufgrund der relativ geringen Nennungen nicht graphisch berücksichtigt worden.
Die zweite Analyse bezieht sich auf 2.679 eingetragene Fehlstunden im Zeitraum vom 8. März bis zum 25. Mai 2013 für die Gymnasien der Klassenstufen 5 bis 9.
Die dritte Analyse berücksichtigt ergänzend 602 Fehlstunden der Klassenstufe 10 im selben Zeitraum. Die durchweg höheren Ausfallswahrscheinlichkeiten auf Grundlage der alten Stundentafeln im Vergleich zur Berechnung basierend auf den neuen Kontingentstundentafeln erklärt sich dadurch, dass die Sollstunden für die Naturwissenschaften nach G 8 auf 22 für die Klassen 5-9 festgelegt sind, während bei der auslaufenden G9-Tafel im gleichen Zeitraum nur 16 naturwissenschaftliche Wochenstunden vorgesehen sind.

Derzeit eingetragene Fehlstunden: 9.687 an 347 Schulen (10. Juni 2013, 11 Uhr)


04.06'13 - Fehlstundenportal veröffentlicht erste Ergebnisse


Fehlstundenportal veröffentlicht erste Ergebnisse mit Fokus auf die Vertretungskonzepte.
Können Eltern sich wirklich auf die verlässliche Grundschule verlassen?

Dass ihre Kinder in den ersten vier Jahren in der Schule gut betreut sind, darauf können Eltern in
Schleswig-Holstein durch die „Verlässliche Grundschule“ vertrauen. Doch gerade durch dieses Modell
merken Eltern meist gar nicht, wie häufig auch für die Kleinen bereits Unterricht ausfällt. Stillarbeiten,
Offene Tür und die Zusammenlegung von Klassen sind an einigen Schulen gängige Praxis. Die Initiatoren
des Portals www.fehlstunden-sh.de sind sich einig, dass solche Vertretungskonzepte eine garantierte
Aufbewahrung über den eigentlichen Bildungsauftrag stellen und die Erteilung von Fachunterricht auch an
Grundschulen leider keineswegs verlässlich ist.

Ein gravierendes Problem, das sich durch die Zusammenlegungen von Klassen ergibt, ist, dass sich ein
Stundenausfall gleich doppelt negativ auswirkt – nämlich auch auf die Parallelklassen, die hierdurch
ebenfalls keinen adäquaten Regelunterricht erhalten. Nach den ersten Auswertungen des
Fehlstundenportals wird – um die verlässliche Betreuung sicherstellen zu können – in der Grundschule
anscheinend fast jede dritte zu ausfallende Stunde durch eine Maßnahme vertreten, die durch
Zusammenlegung von Klassen oder eine Aufteilung in Gruppen und Verteilung auf mehrere Klassen auch
weitere Schüler zusätzlich in Mitleidenschaft zieht. „Das ist auch für die Lehrer mit Sicherheit keine
befriedigende Situation, wenn sie sich ständig teilen müssen und dadurch das Gefühl bekommen, am Ende
keiner Klasse wirklich gerecht zu werden. Und auch nicht dem eigenen Anspruch“, sagt Alexandra Bauer,
Sprecherin der Initiative.

Die erste Analyse der Fehlstundenmeldungen an Schleswig-Holsteins Schulen hat darüber hinaus ergeben,
dass die Selbstbeschäftigung als Vertretungskonzept mit steigender Klassenstufe systematisch zunimmt. In
der Oberstufe kommen der Analyse zur Folge praktisch nur noch Selbstbeschäftigung und Ausfall als
gängige Vertretungskonzepte zum Tragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Fachkraft den Unterricht
übernimmt, geht mit jeder höheren Klassenstufe zurück. Insgesamt wird nach den vorliegenden Daten nicht
einmal jede zehnte ausgefallene Stunde durch eine Fachkraft vertreten.

Besorgniserregend ist zudem die Tendenz, Zweitkräfte aus förderbedürftigen Klassen abzuziehen, um die
verlässliche Grundschule umzusetzen. „Damit werden besonders qualifizierte Spezialkräfte für Aufsicht und
Betreuung eingesetzt und die verlässliche Grundschule auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen.“
Gut jede neunte Fehlstundenanzeige im Grundschulbereich ist solch ein Fall, obgleich diese Möglichkeit erst mit einer Verzögerung nach dem Start des Fehlstundenportals angeboten worden war. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Zweitkräfte immer die ersten Opfer der verlässlichen Grundschule sind.“, so Bauer
weiter.

„Auch wenn die Datenanzahl zu den Grundschulen und den Oberstufen etwas geringer ausfällt und deshalb
vorsichtig zu interpretieren ist, so zeichnen die Ergebnisse in ihrer Gesamtheit doch ein recht klares erstes
Bild“, so Bauer. Der Auswertung liegen 7.986 eingetragene Fehlstunden für die allgemeinbildenden Schulen
in Schleswig-Holstein zugrunde. Die Unterrichtsausfälle sind zu über 70 Prozent von Eltern und zu über 25
Prozent von Schülern vorgenommen worden. Lehrer beteiligen sich nur an Grund- und Regionalschulen an
der Zählung des Fehlstundenportals (3,7 Prozent).

Um noch aussagekräftigere und gesichertere Ergebnisse zu erhalten, hat die Initiative alle Elternbeiräte im
Land angeschrieben und um Mithilfe bei der Datensammlung gebeten. In Pilotklassen sollen alle
ausgefallenen Stunden sicher und vollständig dokumentiert und ihrer Sollstundenzahl gegenübergestellt
werden.

Derzeit eingetragene Fehlstunden: 9.268 an 346 Schulen (557 Schulen haben sich noch nicht
beteiligt), 1.040 Stunden wurden als Ausfall an Grundschulen gemeldet. (4. Juni 2013, 12 Uhr)
Nähere Informationen und aktuelle Charts zu den ersten Analysezahlen finden sich im Portal unter der
Rubrik „Aktuelles“.


31.05'13 - Datenbasis für die kommenden Auswertungen


Als Grundlage für unsere ersten Analysen soll hier vorab die Datenbasis und die Methode erläutert werden. In der nachfolgenden Übersicht “Wer macht mit?” finden Sie dargestellt, wer bei uns für welche Klassenstufen und Schularten Fehlstunden eingetragen hat. Untersucht wurden 8168 eingetragenen Fehlstunden, die vom Start am 8. März bis zum 21. Mai eingetragen worden sind. Davon wurden 7886 für die weitere Analyse zugelassen. Die übrigen sind 105 Fehlstunden von Berufsschulen, die anfangs noch anwählbar waren, 36 von Förderschulen, was zu wenig für die Auswertung einer in Auflösung befindlichen Schulart erscheint, und schließlich ein Rest von 141 Eintragungen, die nicht einbezogen worden sind, weil sie doppelt eingetragen oder nicht plausibel waren. Die Verteilung der gewerteten 7886 Fehlstunden läßt sich den Charts entnehmen.

Auf der ersten Folie sieht man, dass von allen Klassenstufen und Schularten Fehlstunden gemeldet worden sind. Auf der zweiten Folie erkennt man, dass etwa 70 % der Eintragungen von den Eltern kommen und kaum 5 Prozent von den Lehrern, die nur in Grund- und Regionalschulen mithelfen. An diesen beiden Schularten ist die Schülerbeteiligung absolut und relativ am geringsten, was bei den Grundschulen nicht überraschen kann. Auf den nachfolgenden Folien sind die Eintragungen nach Klassenstufen pro Schulart aufgeführt.

Für die weiteren Analysen haben wir uns zunächst auf die Grundschulen (814 Fehlstunden) als besonderen Schultyp beschränkt sowie auf die Auswertung der Klassen 5 – 10 (3332 Fehlstunden) der Gymnasien. Letztere liefern die größten Zahlen und eignen sich daher besonders für eine erste Analyse der Fehlstunden bei den weiterführenden Schulen.

Die zugrundeliegende Datenbasis ist noch nicht dazu geeignet, Aussagen über Ausfallquoten abzuleiten. Dafür brauchen wir im nächsten Schritt Unterstützung durch repräsentative Stichprobennehmer (siehe dazu das Formular im Downloadbereich unter Presse/Kontakt).

Auch ohne Aussagen über das Ausfallsniveau lassen sich jedoch auf der vorliegenden Datenbasis interessante Betrachtungen ableiten – beispielsweise mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte Fächer durch eine Fachkraft vertreten werden. Das gäbe erste Hinweise, welche Fachlehrer absolute Mangelware sind.

Interessant erscheint ebenso, welche Vertretungskonzepte in welchen Klassenstufen angewandt werden. Welchen Vertretungskonzepten kann man noch eine schulische Qualität abgewinnen, und wieviel Qualität bleibt den Schülern in Schleswig-Holstein, wenn ein Lehrer oder der Unterricht – aus welchen Gründen auch immer – ausfällt?

Aussagekräftig erscheinen uns auch Analysen, welche Fächer gemessen am Sollstundenplan besonders häufig oder selten ausfallen. Die Sollstundenpläne werden dafür aus folgenden Stundentafeln abgeleitet: Sollstundenpläne
Wenn bekannt wäre, welche Fachlehrer im System chronisch fehlen, kann man gezielt nach Lösungen suchen, diese fachlichen Lücken im Schulsystem zu schließen. Wer wie das Bildungsministerium mit ODIS jahrelang irreführend zählen läßt, der will vielleicht gar nicht genau wissen, wo es überall fehlt. Wir schon!

Nachfolgend nun die ersten Analyseergebnisse zu den bei uns gängigen Vertretungskonzepten. Unsere Interpretation dieses Bildes finden Sie als Pressemitteilung vom 4. Juni im Bereich Kontakt/Presse.


12.04'13 - Initiative bittet Schulelternbeiräte um Unterstützung


Initiative bittet Schulelternbeiräte um Unterstützung bei der Sammlung vollständiger und verlässlicher Daten.

Seit genau einem Monat, ist die Initiative „Jede Stunde zählt? Jetzt zählen wir! – Fachunterricht statt Statistik“ online. Unter www.fehlstunden-sh.de haben Eltern, Schüler und Lehrer in den vergangenen vier Wochen 5.080 Ausfälle von Fachunterricht angezeigt und die Qualität der Ersatzmaßnahmen gemeldet. Traurige Spitzenreiter sind die Kernfächer Deutsch (822), Mathematik (634) und Englisch (600). 2.950
Stunden wurden laut Eintragung auf dem Onlineportal überhaupt nicht vertreten, 657 Stunden haben sich die Schüler selbst beschäftigen müssen, in 150 Fällen wurden Klassen zusammengelegt oder die Schüler auf mehrere Klassen verteilt und in nur 265 Fällen wurde der Unterricht durch eine Fachkraft vertreten.

10.275 Personen haben sich die Internetseite bisher angeschaut, davon 6.800 aus Schleswig-Holstein, 835 aus Hamburg und sogar Menschen aus den USA, Kanada, Japan, Südamerika und 15 Ländern Europas. Hunderte von E-Mails sind über die Kontaktadresse eingegangen. „Das Interesse ist überwältigend“, sagt Alexandra Bauer, Sprecherin der Initiative. „Wir hatten natürlich auf Zuspruch und Beteiligung gehofft, dass aber ein so breites positives Echo von Seiten der Eltern und Lehrer, von Verbänden, Vereinen, Medien und aus der Wirtschaft kommt, damit haben wir nicht gerechnet.“

Die Ampel auf grün schalten – Zieldatenprofil »hier

Nach der erfolgreichen Bekanntmachung des Fehlstundenportals ruft die Initiative nun die Elternbeiräte im Land zur Unterstützung auf. Das Ziel: eine verlässliche und vollständige Sammlung von Daten an möglichst vielen Schulen Schleswig-Holsteins. Denn so können die tatsächlichen Fehlstunden aussagekräftig hochgerechnet, ausgewertet und den geschönten Zahlen des Bildungsministeriums gegenübergestellt werden. Und so funktioniert es: Sobald der Elternbeitrat einer Schule verlässlich alle ausgefallenen Stunden aller Klassen meldet, wird die Schule auf der Internetseite mit einem grünen Häkchen versehen. Für diese Schule brauchen die einzelnen Betroffenen dann nichts mehr einzugeben. Die wöchentliche Dateneingabe dauert je nach Schulgröße und Ausfallrate zwischen zehn und maximal 30 Minuten. „Wenn es vergessen wird, ist der Ausfall der Regierung geschenkt. Bekommen wir also ein Signal zur vollständigen Meldung, sollte diese Verpflichtung auch wirklich ernst genommen werden“, appelliert Bauer an die Elternbeiräte. „Je mehr Schulen wir haben, für die die Ampel auf grün schaltet, desto schwieriger wird es für die Verantwortlichen, die Löcher durch den Vertretungsfonds zu kaschieren“, so Bauer weiter. Schulen, für die Lehrer, Eltern oder Schüler selbstständig ausgefallene Stunden eintragen, bekommen eine gelbe Markierung, Schulen ohne Eintragungen werden rot gekennzeichnet.


08.03'13 - STARTSCHUSS


Startschuss von „Jede Stunde zählt? Jetzt zählen wir! – Fachunterricht statt Statistik“

Das Fehlstunden Portal Schleswig-Holstein ist seit dem 8. März 2013 online.
Wir haben ein klares Ziel: Die Qualität unserer Schulen in Schleswig-Holstein zu verbessern.

Aus diesem Grund bitten wir Verbände + Vertretungen für Lehrer, Eltern, Schüler, Unternehmen ihre Mitglieder zu informieren und die Weiterverbreitung des Portals im Schneeballsystem in Gang zu setzen.
Gerne bieten wir unseren Unterstützern an, das Logo der unterstützenden Organisationen auf dem Fehlstunden Portal Schleswig-Holstein mit aufzuführen!

Schüler, Eltern und Lehrer bitten wir, sich an jeder Schule abzustimmen, wer den Ausfall von Fachunterricht für die eigene Schule sammelt und wöchentlich bei uns anzeigen kann. Ist eine Lösung gefunden, bitten wir um ein Signal. Wir werden die Schule dann als verläßlich berichtend kennzeichnen. Informieren Sie Ihre Eltern-, Lehrer- und Schülervertetungen und Ihr persönliches Umfeld!

Unternehmen bitten wir um Informationen ihrer Belegschaft. Um das Fehlstunden Portal SH betreiben und weiter ausbauen zu können, bieten wir Unternehmen die Möglichkeit unser Angebot finanziell zu unterstützen. Reichen die Mittel, werden wir das Angebot auf Berufsschulen ausweiten. Gerne bilden wir Logos unserer finanziellen Unterstützer ab.

Wer den Erfolg unserer Initiative darüber hinaus stärken möchte, kann sich aktiv im Team einbringen. Schüler und Eltern können die Initiative über das Internet und ihre Netzwerke verbreiten, Lehrer können vollständige Daten von ihrer Schule übermitteln und ein flächendeckendes Netzwerk organisieren. Entsprechende Unterstützungsangebote sind herzlich willkommen!

Der Presse bieten wir differenzierte Analysen zum Schulausfall in Schleswig-Holstein an. Eine nachhaltige Berichterstattung versorgen wir mit gezielten Informationen.

Der Landesregierung bieten wir an, unsere Initiative zu unterstützen, um das Vertrauen nach einem Jahrzehnt drastisch geschönter Statistiken wiederherzustellen.

Bildungspolitisch unterstützen wir grundsätzlich jede Maßnahme, die das verfügbare Lehrerpotenzial stärkt, und wir lehnen jede Maßnahme ab, die den grassierenden Ausfall von Fachunterricht vermehrt. Dabei verlassen wir uns nicht auf leere Worte, sondern messen für alle sichtbar den Erfolg.

Wir freuen uns über Ihre Unterstützung.
Schreiben Sie uns! »Kontakt